NWO-Stiftung Belcampo





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Der Boden als Lebensgrundlage aller
gehört in öffentliches Eigentum

Aktuell

Wildhaus will Bauland für Hotel verkaufen

Der Gemeinderat von Wildhaus-Alt St. Johann im obersten Toggenburg plant, für einen Hotelbau ein Grundstück von 6000 Quadratmeter Fläche zu verkaufen. Eine österreichische Hotelkette will zusammen mit liechtensteinischen Investoren ein modernes Familienhotel bauen. Dies soll in unmittelbarer Nähe von Kunsteisbahn, Schule und Talstation der Bergbahnen zu stehen kommen. Die NWO-Stiftung Belcampo hat die Wildhauser Behörden in einem Brief aufgefordert, die Möglichkeit der Abgabe des Bodens im Baurecht ernsthaft in Erwägung zu ziehen. Mit dieser Lösung könne die Gemeinde langfristig ihren Einfluss auf  die Nutzung der Parzelle behalten. Dies sei - gerade mit internationalen Partnern - für die lokale Verankerung des Unternehmens wichtig. Die Baurechtslösung stelle eine sinnvolle Form der Zusammenarbeit der Gemeinde mit einer privaten Trägerschaft dar, schreibt die NWO-Stiftung Belcampo.

290516 nwo

Luzerner Bodeninitiative zustande gekommen

Erster Teilerfolg für die Grünen der Stadt Luzern: Mitte Mai haben sie Ihre Bodeninitiative mit mehr als 1200 gültigen Unterschriften einreichen können. Nötig für das Zustandekommen waren 800 Unterschriften. Nach dem Vorbild der erfolgreichen Initianten in der Stadt Basel und in Emmen verlangen sie unter dem Slogan "Boden behalten, Luzern gestalten", dass die Stadt Luzern keine Grundstücke mehr verkauft, sondern sie - sofern sie keinen Eigenbedarf hat - im Baurecht zur langfristigen Nutzung abgibt. Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo unterstützt die Luzern Initianten - wie zuvor schon jene in Basel und Emmen - mit einem finanziellen Zustupf und mit moralischer Unterstützung.

290516 nwo

Bodeninitiativen: Luzerner Grüne ziehen nach

Erfolg beflügelt und wirkt ansteckend. Nur einen Tag nach den positiven Abstimmungsresultaten in Basel und Emmen für die dortigen Bodeninitiativen haben die Grünen der Stadt Luzern mitgeteilt, dass sie ebenfalls eine Bodeninitiative lancieren. Auch sie wollen, dass die Stadt ihre nicht selbst benötigten Landparzellen künftig im Eigentum behält und mit Baurechtsverträgen zur Nutzung auf Zeit vergibt. Die Stadt Luzern verfüge über wertvolle Grundstücke, so  beim Steghof, am Pilatusplatz oder beim Längweiher in Littau, schreiben die Grünen. Eine weitsichtige Bodenpolitik ermögliche es künftigen Generationen, Luzern mitzugestalten, die Stadt gebe ihre Mitsprache nicht ab.Das Verscherbeln des Tafelsilber könne gestoppt werden, und die Stadt nehme jährlich Baurechtszinsen ein. Das sei wertvoller als der Erlös aus einem einmaligen Verkauf, sagt der Präsident der Grünen, Marco Müller. Die Initiative wird gegenwärtig von den Behörden formal geprüft. Erklärt sie der Stadtrat für zulässig, so haben die Initianten nach der Veröffentlichung im Kantonsblatt zwei Monate Zeit, mindestens 800 Unterschriften zu sammeln, damit die Initiative zu Stande kommt. Die Luzerner Grünen geben sich nach den positiven Entscheiden in Basel und Emmen bezüglich der Erfolgschancen ihrer Begehrens zuversichtlich.

020316 nwo

Vollerfolge in Basel und Emmen

Das Daumendrücken hat sich gelohnt: Die Stimmberechtigten des Kantons Basel-Stadt und jene von Emmen LU haben am 28. Februar zwei praktisch identische Initiativen zur Bodenpolitik der öffentlichen Hand angenommen. In Basel viel die Zustimmung zur Neuen Basler Bodeninitiative mit 67 Prozent Ja zu 33 Prozent überaus deutlich aus. Die Initiative bestimmt, dass der Kanton grundsätzlich seine Liegenschaften nicht mehr verkauft, sondern im Baurecht zur Nutzung abgibt, wenn er sie nicht für öffentliche Aufgaben benötigt. Den Erfolg hat ein überparteiliches Komitee mit einem grossen Einsatz ermöglicht. Die Stimmbeteiligung lag mit 68 Prozent sehr hoch. Praktisch den identischen Inhalt (die Basler Initiative war Vorbild) hatte die Initiative von Grünen und SP in Emmen. Das Volksbegehren wurde mit 4739 Ja zu 4536 Nein zur Überraschung vieler angenommen. Alle anderen Ortsparteien, der Stadtrat und das Parlament hatten sich gegen das Begehren gestellt. In Emmen stimmten 60 Prozent der Berechtigten mit. Für die Bodenreformer sind dies grossartige Ergebnisse. Sie nähren die Hoffnung, dass grosse Bevölkerungsteile den Boden mehr und mehr als Gemeingut begreifen.

280216 nwo

28. Februar: Bodenabstimmungen in Basel und Emmen

Am 28. Februar kommt es gleich in zwei Schweizer Städten zu Volksabstimmungen zum Thema Bodenpolitik der öffentlichen Hand. In der Stadt Basel befinden die Stimmberechtigten über die zweite Basler Bodeninitiative. Nachdem ein Gegenvorschlag der Regierung zur ersten Initiative mit dem Titel Boden behalten, Basel gestalten im Grossen Rat hauchdünn gescheitert war, zogen die Initianten ihr Begehren zurück und lancierten den Gegenvorschlag als zweite Initiative. Diese kommt nun zum Entscheid an die Urne. Ein breit abgestütztes, überparteiliches Komitee will sie zum Erfolg führen. Die Initiative verlangt, dass der Regierungsrat in aller Regel kommunale Grundstücke nicht veräussert, sondern sie langfristig im Baurecht abgibt, wenn die Stadt keinen Eigenbedarf hat. So kann das Gemeinwesen die Bodennutzung dauernd kontrollieren. Zudem zahlt sich eine geschickte Baurechtspolitik langfristig auch finanziell aus. - Die Grünen und die SP der Luzerner Stadt Emmen haben sich das Basler Volksbegehren zum Vorbild genommen. Auch sie verlangen mit ihrer Initiative Boden behalten, Emmen gestalten das Ende der Ausverkaufspolitik für städtisches Land. Stadtrat und Parlament lehnen das Begehren ab. Jetzt haben die Stimmberechtigten das letzte Wort. Föderer des Bodens als Gemeingut in der ganzen Schweiz drücken den Baslern und den Emmenern alle verfügbaren Daumen.

110116 nwo

NWO-Stiftung Belcampo unterstützt Wohnbauprojekt im Emmental

Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat beschlossen, sich mit 250 000 Franken am Kauf von Bauland in Trubschachen BE zu beteiligen. Lokale Initianten wollen an der Sonnhalde, am westlichen Dorfrand gelegen, eine ökologisch und sozial vorbildliche Siedlung mit rund einem Dutzend Wohneinheiten erstellen. Trägerin des Neubaus soll eine noch zu gründende Genossenschaft sein, welche den Boden langfristig im Baurecht übernehmen wird. Teil des Projekts ist ein kleiner angrenzender Bauernhof mit nochmals 5 Wohnungen. Er soll ins Leben der künftigen Bewohner einbezogen sein. Die Initianten haben sich zum Ziel gesetzt, zusammen mit den künftigen Bewohnern und Fachleuten aus verschiedenen Sparten ein Siedlungskonzept nach ökologischen und sozialen Prinzipien zu entwickeln, welchen der Suffizienzgedanke zu Grunde liegt. Der Realisierungsprozess soll Vorbildcharakter für weitere ähnliche Initiativen im ländlichen Raum bekommen. Vorgesehen ist, die Neubauten in Holzbauweise mit dem Rohstoff aus den heimischen Emmentaler Wäldern zu erstellen. Die Initianten rechnen mit einem Realisierungszeitraum von rund fünf Jahren. Die Mittel für das finanzielle Engagement der NWO-Stiftung Belcampo stammen aus einem Legat.

191015 nwo

Richtig rechnen in der Wirtschaft

Der süddeutsche Biogärtner und Unternehmer Christian Hiss schlägt in seinem Buch "Richtig rechnen! Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ölonomischen Wende" eine neue Rechnungsmethode für den Erfolg von Wirtschaftsunternehmen vor. Statt nur die eigentlichen Betriebsmittel und die Produkte der Arbeit in die Rechnung einzubeziehen, sollen künftig auch die vollen sozialen und ökologischen Kosten mit einbezogen werden. Ein Beispiel aus der Landwirtschaft: Ein Hof, der den Samen für seine Feldfrüchte selber produziert, der Lehrlinge ausbildet und die Qualität des Bodens durch sorgsamen Umgang bewahrt, bekommt durch die umfassende Buchhaltung einen höheren Wert als der gleich grosse Nachbarbetrieb, der das Saatgut von den Agrarmultis bezieht, billige ungelernte ausländische Arbeitskräfte beschäftigt und den Boden mit Kunstdünger und Schädlingsbekämpfungmitteln traktiert. Hiss hat einen breiten Kriterienkatalog für die neue Art zu rechnen entwickelt. Ziel ist es, dank der umfassenden Betrachtungsweise eine Wirtschaftstätigkeit ohne Raubbau  zu erzielen. Hiss will in seinem Umfeld der Regionalwert AG in Freiburg im Br. erste praktische Versuche mit einer solchen Buchhaltung unternehmen. Deutsche Unternehmerkreise haben positiv auf Hiss' Vorschläge reagiert. Das gut leserliche Büchlein ist allen zu empfehlen, die an die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Wende zu echter Nachhaltigkeit interessiert sind.

Christian Hiss: Richtig rechnen! Durch die Reform der Finanzbuchhaltung zur ökologisch-ökonomischen Wende. Oekom-Verlag München 2015. ISBN 978-3-86581-749

190815 nwo

Solidarwirtschaft

Der Ökonom Matthias Wiesmann legt mit seinem Buch "Solidarwirtschaft" eine gründliche Analyse des heutigen Wirtschaftsgeschehens vor. Er unterscheidet zwischen Realwirtschaft und Parawirtschaft - mit Letzterer meint er die hoch spekulativen Finanztransaktionen und Spekulationen in luftleeren Räumen, die von Zeit zu Zeit dann in Form von Einbrüchen und Krisen auf die Realwirtschaft durchschlagen. Er plädiert für eine Wirtschaft mit gesellschaftlicher Verantwortung. Dazu sei eine Abkehr vom aktuellen Ökonomismus hin zu wirtschaftlicher Vernunft nötig. Mit dieser Vernunft meint der Autor die Einsicht, dass Bäume nicht in den Himmel wachsen können und demnach eine Wirtschaft mit stets progressivem Wachstum ein Ding der Unmöglichkeit ist. Matthias Wiesmann orientiert sich in den Grundzügen an Rudolf Steiners Dreigliederung des sozialen Organismus mit einem auf Gleichheit beruhenden Rechtsleben, einem freien Geistesleben und einer solidarischen Wirtschaftsweise, in deren Entscheidungsprozesse alle Betroffenen einbezogen werden sollen. Das sehr informative, sorgfältig formulierte, mit vielen praktischen Beispielen aus der Erlebniswelt eines reichen Berufslebens angereicherte und mit vielen Querbezügen und einer umfangreichen Literaturliste versehene Buch ist als anregende Lektüre Suchenden unterwegs zu einer Gemeinmwohl-orientierten Wirtschaft sehr zu empfehlen.

Matthias Wiesmann: Solidarwirtschaft. Verantwortung als ökonomisches Prinzip. Futurum-Verlag Basel 2014. ISBN 978-3-85635-245-4

190815 nwo

Oltner Baurechtnehmer wehren sich

Die Bürgergemeinde Olten ist Grundeigentümerin der Siedlung Platanen im Südwesten der Stadt, in der ab 1988 in vier Etappen 50 Reihenhäuser in drei geschwungenen Zeilen erbaut und bezogen worden sind. Erst in den letzten Jahren haben die Bewohner realisiert, dass ihre Baurechtsbedingungen stark voneinander abweichen. Für die vier Etappen gibt es vier verschiedene Schlüssel zur Berechnung und zur Anpassung der Baurechtszinsen. Aktuell hat das zur Folge, dass die Bewohner der Häuser der dritten Etappe bis zu 60 Prozent mehr Baurechtszins bezahlen als ihre Nachbarn. Als besonders störend empfinden sie, dass sie für ihren Anteil von je 170 m2 unbebauten Landes (Wege, einen Baumgarten und einen grosszügigen Spielplatz) viel mehr bezahlen als ihre direkten Nachbarn. Eine Gruppe von Baurechtnehmern hat jetzt - beraten von der NWO-Stiftung Belcampo - dem Präsidium des Bürgerrats ihre Unzufriedenheit in einem Gespräch dargelegt und eine Angleichung der Baurechtsbedinungen für alle 50 Platanen-Partien verlangt. Der Bürgerrat hat versprochen, das Anliegen ernsthaft zu prüfen und im Herbst einen Vorschlag zum weiteren Vorgehen zu unterbreiten. Seitens der NWO-Stiftung Belcampo wurde der Bürgerrat darauf hingewiesen, dass die Bürgergemeinde als öffentlich-rechtliches Gebilde nicht nur an den Wortlaut der Einzelverträge mit den Baurechtnehmern gebunden ist. Vielmehr gilt für sie das Verhältnismässigkeitsprinzip und das Prinzip der Gleichbehandlung ihrer Vertragspartner bei gleichen Voraussetzungen. Ferner riet unsere Stiftung dem Bürgerrat, für die fünfjährliche Anpassung der Baurechtszinsen ein einheitliches und einfaches Modell zu wählen.

290615 nwo

Die NWO-Stiftung Belcampo unterstützt die Vollgeldinitiative

Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat beschlossen, die Unterschriftensammlung für die Vollgeld-Initiative des Vereins MoMO zum zweiten Mal mit einem finanziellen Beitrag zu unterstützen. Dass die Funktionsweise des Geldes überhaupt nicht zu überzeugen vermagt, wird immer offensichtlicher. Statt des heutigen parteiischen Geldes ist eines gefragt, das neutraler Vermittler zwischen den Akteuren des Wirtschaftslebens ist. Das Vollgeld mit dem Geldschöpfungsmonopol für die Nationalbank ist ein geeignetes Mittel, diesem Ziel einen entscheidenden Schritt näher zu kommen.

160615 nwo

Othmar Metzger gestorben

Die NWO-Stiftung Belcampo beklagt den Verlust eines ihrer Gründungsmitglieder. Othmar Metzger ist am 8. Mai in seinem 85. Altersjahr verschieden. Othmar Metzger gehörte 1986 zum Kreis jener, die dem ersten Stiftungsrat der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung beitraten. Als Architekt und langjähriger Verantwortungsträger in Gremien der Liberalsozialistischen Partei der Schweiz (LSPS) brachte er wichtiges Know-how in den Stiftugnsrat ein. Er gehörte über gut zwei Jahrzehnte dem Trio an, welches Anfragen und Projekte zuhanden des Stiftungsrates prüfte. 1991 übernahm Othmar Metzger das Sekretariat der Stiftung, das er 22 Jahre lang mit vorbildlichem Engagement, Harnäckigkeit und Enthusiasmus führte. Daneben exponierte er sich bodenpolitisch auch in der Öffentlichkeit, sei es mit unkonventionellen Anträgen an der Gemeindeversammlung an seinem Wohnort Stallikon ZH oder als Leserbriefautor im "Anzeiger für den Bezirk Affoltern" oder im "Tages-Anzeiger".

160615 nwo

Wädenswil als Industrielandhändler

Die Stimmberechtigen von Wädenswil haben am 30. November mit deutlicher Mehrheit beschlossen, im Industriegebiet Rütihof 4 Hektaren Bauland zu erwerben. Sie haben dafür 22 Millionen Franken bewilligt. Jetzt will der Stadtrat das Land parzellieren, erschliessen und dann wieder abgeben. Im Vordergrund steht dabei der Verkauf, aber "auch Abgabe im Baurecht ist möglich" heisst es in den Abstimmungsunterlagen. Die NWO-Stiftung hat dem Wädenswiler Stadtrat einen Brief geschrieben. Darin gratuliert ihm unsere Stiftung zur aktiven Landpolitik. Allerdings drücken wir darin unser Unverständnis aus, dass sich die Stadt als Händlerin sieht. Viel besser wäre es, sie würde das Industrie- und Gewerbeland dauernd in ihrem Eigentum behalten. Nutzer der Flächen könnten so - ganz entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung - kommen und gehen. Die Stadt aber behielte eine dauerhafte Einflussmöglichkeit auf das, was im Rütihof geschieht.

211214 nwo

Der Vulkan Ungleichheit - neues Buch von E. W. Weber

Er steht in seinem zehnten Lebensjahrzehnt, und er denkt und schafft unermüdlich weiter, ruht nicht auf seinen Lorbeeren aus: der Berner Lehrer, Sänger und Denker Ernst Waldemar Weber. Sein neustes, gut 100 Seiten starkes Werk trägt den Titel "Der Vulkan Ungleichheit". Schon lange ist der Autor besorgt über die Schere, die sich zwischen Arm und Reich immer weiter öffnet und die Menschheit bedroht. Publikationen der letzten Jahre haben ihn in dieser Sorge bestärkt. Er fasst drei von ihm als wichtig erkannte in seinem jüngen Buch zusammen: "Gleichheit ist Glück" der britischen Forscher Richard Wilkinson und Kate Pickett hat anhand von zahllosen Studien in vielen Ländern nachgewiesen, dass Völker mit geringeren sozialen Unterschieden glücklicher, gesünder und erfolgreicher sind. Der OECD-Bericht "Divided We Stand" weist nach, dass zwischen 1980 reiche und arme Länder weiter auseinanderdriften. Aus beiden Werken präsentiert Weber die wichtigsten Fakten. Drittes Element ist ein Hirtenbrief von Papst Franziskus vom letzten Jahr, in dem der Pontifex die Auswüchse des Kapitalismus in scharfen Worten geisselt. Auch daraus zitiert Weber Passagen. Ernst Waldemar Weber fügt seinen Berichten einen Rundgang durch die verschiedenen politischen Problemfelder an. Und der Autor spart nicht mit Empfehlungen, was zu tun sei. Die überraschendsten, typisch weberschen: Schaffen wir in unseren Zügen als Gegenpol zum Ruhewagen einen Gesprächswagen. Damit die Kommunikation unter Reisenden über Gott und die Welt gefördert wird. Oder: Beginnen und schliessen wir jede Sitzung zu irgendwelchen Themen mit einem Lied. Liedes. Weil Weber die heilende und verbindende Wirkung des Gesanges aus einem langen Leben kennt. - Eine zunächst ziemlich zahlenlastige, zum Schluss dann herzhaft erfrischende Lektüre.

Ernst Waldemar Weber: Der Vulkan Ungleichheit - Fakten -Folgen - Fragen. Verlag ceterum censeo, Haldenau 20, 3074 Muri BE. ISBN 978-3-033-04851-1.

301014 hgi

Boden behalten, Stadt gestalten: Anmeldeschluss 15. November

Die Herbsttagung von Gemeingut Boden am 22. November in Schaffhausen rückt näher. Die Website des Infonetzwerks Gemeingut Boden ist jetzt online. Und die Tagungsvorbereitungen laufen auf Hochtouren. Die Partnerstiftungen von Gemeingut Boden teilen sich die anfallenden Arbeiten auf. Die Stiftung Trigon in Arlesheim stellt das Tagungssekretariat, die NWO-Stiftung Belcampo betreut die finanziellen Aspekte. Die Tagung ist ganz der Problematik des Baurechts nach ZGB gewidmet. Sie bringt Beiträge aus Basel, Zürich, Biel und Schaffhausen und will mit Workshops und einem künstlerischen Beitrag eine Plattform für die Diskussion unter Interessierten sein. Auf der Website von Gemeingut Boden findet sich das Tagungsprogramm sowie ein Onlineformular für die Anmeldung. www.gemeingutboden.ch. Auskünfte: info@gemeingutboden.ch. Schriftliche Anmeldungen: Gemeingut Boden c/o Stiftung-Trigon, Dornachweg 14, 4144 Arlesheim

Flyer herunterladen 1.49 MB

290714 nwo

Ziel und Weg der NWO-Stiftung Belcampo

Im Herbst 2012 hatte der Präsident unserer Stiftung Gelegenheit, an einer Tagung der Zeitschrift "Humane Wirtschaft" in der Silvio-Gesell-Tagungsstätte in Wuppertal D die NWO-Stiftung Belcampo und ihr Wirken in einem Referat vorzustellen. Im Anschluss daran bat ihn das Internetportal Sunpod.de um ein Interview. Bei der Verarbeitung wenig später schien es dann verloren gegangen zu sein. Vor kurzem aber ist es - anderthalb Jahre verspätet - wieder aufgetaucht. Und der Autor des Interiews, Michael Bonke, hat es jetzt ins Netz gestellt. Im gut 20-minütigen Interview umreisst Heinz Girschweiler die Ziele der NWO-Stiftung Belcampo und der Bodenrechtsbewegung allgemein, und er erzählt aus der bisherigen Geschichte der Stiftung.
Hier der Link zum Audio-Interview.

140714 nwo

Weiteres Grundstück erworben

Die NWO-Stiftung Belcampo hat im vergangen Jahr in Rüti ZH zu einem symbolischen Preis ein weiteres Grundstück erwerben können. Sie wird es nicht mehr verkaufen, sondern - getreu den Stiftungsgrundsätzen - im Baurecht nutzen lassen. Die Stiftung hat das Geschäftsjahr mit einem finanziellen Rückschlag von gut 5000 Franken abgeschlossen. Dies, weil sie die betriebliche Sicherung einer biologischen Getreidezüchtung mit 10 000 Franken unterstützt hat. Der Jahresbericht 2013 ist jetzt auf dieser Website unter Stiftung aufgeschaltet und einsehbar.

100714 nwo

Neu: Katalog zur Freiwirtschaftlichen Bibliothek

Die Schweizerische Freiwirtschaftliche Bibliothek (FB) ist seit mehr als 25 Jahren als Depositum der NWO-Stiftung Belcampo im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv des Wirtschaftswissenschaftlichen Zentrums der Uni Basel untergebracht. Die Bestände sind online bestellbar. Jetzt haben die Betreuer der Bibliothek auf Wunsch des Stiftungsrats der NWO-Stiftung Belcampo einen Katalog aller Bücher und Schriften der Freiwirtschaftlichen Bibliothek zur Verfügung gestellt. Er umfasst gegen 250 A4-Seiten und ist ab sofort als PDF-Dokument auf dieser Website einsehbar. Die Liste ist chronologisch nach Erscheinungsjahr der Publikationen geordnet. Es ist geplant, das PDF periodisch zu aktualisieren, da die Bibliothek laufend mit Neuerscheinungen ergänzt wird. - Zur Erinnerung: Die Schweizerische Freiwirtschaftliche Bibliothek ist das Werk von Paul Gysin-Schürch (1911-1993). Er vermachte sie der NWO-Stiftung Belcampo, welche sie im Schweizerischen Wirtschaftsarchiv platzieren und professionell betreuen lassen konnte. Die Bibliothek enthält den Kernbestand an freiwirtschaftlichen Schriften seit Ende des 19. Jahrhunderts. (PDF 1.26 MB)

100714 nwo

Boden behalten, Stadt gestalten - eine Tagung in Schaffhausen

Am Samstag, 22. November 2014 findet in der Kantonsschule Schaffhausen eine öffentliche Tagung zur Bodenpolitik von Städten und Gemeinden statt. Referenten aus Basel, Biel und Zürich werden die jeweilige Situation aus Sicht von politischen Aktivisten, der Wohnbaugenossenschaften und der Stadt als Baurechtgeberin beleuchten. In Workshops bekommen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gelegenheit, die Themen zu vertiefen, bevor im letzten Teil der Veranstaltung die Bodenpolitik der Stadt Schaffhausen in einem Podiumsgespräch diskutiert wird. Aufgelockert wird die Tagung durch künstlerische Beiträge. Veranstalter des Anlasses ist das Infonetzwerk Gemeingut Boden, das von einem halben Dutzend Schweizer Stiftungen - darunter die NWO-Stiftung Belcampo - 2013 gegründet worden ist. Details zur Tagung und zur Anmeldungen folgen im Sommer.

060214 nwo

Vom Eigentum zur Nutzung

"Haben und Sein" lautet der Titel einer Gesellschaftanalyse von Erich Fromm. Und die Problematik bleibt nicht nur aktuell, sie verschärft sich durch die akkumulativen und zerstörerischen Kräfte des weltbeherrschenden Kapitalismus. Immer deutlicher sehen immer mehr Menschen ein, dass es nicht damit getan ist, den Banken und ein paar Topmanagern strengere Regeln aufzuerlegen. Vielmehr ist die Zeit gekommen, dem grenzelenlosen Raffen ein Ende zu setzen durch neue wirtschaftliche und gesellschaftliche Grundlagen zu schaffen.
Heinz Girschweiler, Präsident der NWO-Stiftung Belcampo, hat zum Thema einen Artikel in der Dezember-Nummer 2013 der ®evolution veröffentlicht.
(PDF 294 KB)

290114 nwo

NWO-Stiftung Belcampo: Gründungsmitglied Ernst Weber gestorben

Im Alters- und Pflegezentrum Thayngen ist am 5. Januar Ernst Weber in seinem 91. Lebensjahr entschlafen. Der Verstorbene war 1986 Gründungsmitglied der NWO-Stiftung für natürliche Wirtschaftsordnung und bestimmte deren Geschicke während zweier voller Jahrzehnte mit. Ernst Weber wurde in eine freiwirtschaftlich geprägte Gewerblerfamilie hineingeboren. Er übernahm das elterlich Modegeschäft im Zentrum von Thayngen und führte es zusammen mit seiner Gattin Alice über Jahrzehnte. Er war Gewerbevereinspräsident in seinem Dorf, was ihn aber nicht davon abhielt, sich ein Leben lang für eine gerechte Wirtschaftsordnung einzusetzen. Er führte die Liberalsozialistische Partei der Schweiz (LSPS) in den 1970er- und 1980er-Jahren währen über eines Jahrzehnts als umsichtiger Präsident. Zuvor hatte er während einiger Jahre auch die Parteizeitung evolution redigiert. Ernst Weber war ein besonnener Mann, der Zielstrebigkeit und Einsatz für das Gemeinwohl mit seinem ausgleichenden Wesen verband.
Abschiedsworte von Heinz Girschweiler, NWO-Stiftung Belcampo (PDF 32.5 KB)

170114 nwo

2300 Franken pro Quadratmeter

Die Stadt Zürich kann zum ersten Mal seit langem ein grösseres Areal auf Stadtgebiet erwerben. 70 Millionen Franken zahlt sie der UBS für das Koch-Areal in Altstetten. Das ergibt bei 30 000 Quadratmeter Fläche einen Preis von 2300 Franken pro Quadratmeter. Das sei ein "fairer Preis", loben die Vertragsparteien das Verhandlungsergebnis. Der Stadtrat hat - weil die Grossbank auf einen raschen Verkauf drängte - von einer Dringlichkeitsklausel in der Gemeindeordnung Gebrauch gemacht und ohne Mitbestimmung des Parlaments über den Kauf entschieden. Finanzvorsteher Daniel Leupi (Grüne) war vom Angebot überrascht und sieht darin eine grosse Chance. Die Stadt will auf dem Areal gemeinnützige Wohnungen, ein Gewerbehhaus und einen Park verwirklichen.

221213 nwo

Zweiter Anlauf für Basler Bodeninitiative

Der Grosse Rat des Kantons Basel-Stadt hat es mit dem denkbar knappen Ergebnis von 47:46 Stimmen abgelehnt, der kantonalen Volksinitiative "Boden behalten, Basel gestalten" einen Gegenvorschlag gegenüberzustellen. Der Regierungsrat hatte diesen vorgelegt, und die Initianten hatten signalisiert, ihre Initiative zugunsten des Gegenvorschlags zurückzuziehen. Das Initiativkomitee hat unmittelbar nach dem hart umstrittenen Entscheid im Parlament entschieden, seine Initiative zurückzuziehen. Gleichzeitig hat es beschlossen, sofort einen neuen Anlauf in der kantonalen Bodenpolitik zu nehmen. Die Initianten werden demnächst mit der Unterschriftensammlung für eine neue Initiative starten. Sie entspricht präzis dem jetzt knapp gescheiterten Gegenvorschlag zu ihrer ersten Initiative. Ziel des Begeherens ist es, dass der Kanton Basel-Stadt keinen Boden mehr verkauft, sondern diesen im Baurecht abgibt, wenn er ihn nicht für öffentliche Bedürfnisse selber benötigt. (nwo)

221213 hgi

Schaffhauser Landverkaufsreferendum gescheitert

Die Stimmberechtigten der Stadt Schaffhausen haben den Stadtrat ermächtigt, Verkaufsverhandlungen für das Baurechtsgrundstück Artilleriestrasse aufzunehmen. Sie haben eine Referendum von AL und Juso gegen den Verkauf mit 6724 zu 6177 Stimmen abgelehnt. Der Stadtrat will die Parzelle nun den Stockwerkeigentümern zum Kauf anbieten. Auf dem Grundstück stehen seit 2004 vier Mehrfamilienhäuser mit 27 Wohnungen. Immerhin will der Stadtrat mit einem allfälligen Verkaufserlös nicht einfach die Stadtkasse aufbessern, sondern ihn in den Landerwerbskredit einlegen. Dies, um Landkäufe für qualiativ guten, preisgünstigen Wohnungsbau zu tätigen und die Ansiedlung von Arbeitsstätten zu fördern. Nach ihrem Erfolg bei der Referendumgsabstimmung im Juni sind Juso und AL diesmal mit ihrem Widerstand gegen die Landverkaufspolitik der Stadt gescheitert. Immerhin brachten sie 47,8 Prozent der Stimmenden hinter sich.

271113 hgi

Friedrich-Salzmann-Biografie erschienen

23 Jahre nach seinem Tod hat der Berner Freiwirtschafter Friedrich Salzmann (1915-1990) ein verdientes literarisches Denkmal erhalten. Der Aargauer Historiker Andreas Müller (Gontenschwil) hat unter dem Titel "Friedrich Salzmann - Journalist, Radiomoderator, Schriftsteller, Nationalrat" eine Biografie seines ehemaligen Sitznachbarn im Nationalrat veröffentlicht. Müller schreibt, dies sei eine Art Akt der Wiedergutmachung, indem er sich vorhält, den Kontakt zu Salzmann in dessen letzten, von scherer Krankheit geprägten Lebensjahren, nicht mehr gepflegt zu haben. Der Autor breitet die ganze Fülle des Schaffens Friedrich Salzmanns vor dem Leser aus. Schon durch sein Elternhaus mit der Freiwirtschaft in Berührung gekommen, blieb er deren Grundsätzen und Forderungen ein Leben lang treu. Dies nicht als unbelehrbarer Eiferer, sondern stets neue Entwicklungen und Erkenntnisse im Auge behaltend. Salzmann arbeitete als Journalist, als Redaktor, dann als Ressortleiter Inland beim Schweizer Radio, als gewiefter und feinsinniger Moderator von Diskussionssendungen. Höhepunkt seines politischen Schaffens waren die sieben Jahre im Nationalrat von 1971 bis 1978. Leuttürme in Salzmanns schriftstellerischem Werk sind "Bürger für die Gesetze" (1949), "Jenseits der Interessenpolitik" (1953), "Mit der Freiheit leben" (1961) und - als eigentliches geistiges Vermächtnis - "Gedanken zu einer lebenswerten Zukunft" (1985). Müllers Buch ist eine faktenreiche, liebevolle Darstellung des scharfsinnigen und gleichzeitig feinfühligen philosophischen Politmenschen. Wo er es für richtig hält, markiert der Autor auch eine kritische Distanz zu Salzmanns Ideen - so explizit bei der Beurteilung der Staatsschule. Ein lesenswertes, bereicherndes Buch.

Andreas Müller "Friedrich Salzmann - Journalist, Radiomoderator, Schriftsteller, Nationalrat". Piazzetta Verlag, 5734 Reinach. ISBN 978-3-9523469-8-3.

031113 nwo

Ruth Binde - ein Leben für die Literatur

Der Berner Kulturjournalist Alexander Sury hat in Zusammenarbeit mit Ruth Binde (*1932) ein Lebensbild dieser ausserordentlichen Frau verfasst. Die Tochter des Berner Freiwirtschafters Fritz Schwarz träumte in jungen Jahren vom Theater. Sie machte eine Buchhändlerlehre, arbeitete im Pestallozzi-Fellenberg-Verlag ihrer Eltern, sie zog nach England, nach Deutschland und vor allem - bleibend - nach Zürich. Sie arbeitete 15 Jahre im Diogenes-Verlag, ehe sie einen neuen Beruf erfand und sich damit selbstständig machte: Presseagentin für Literatur. Sie vertrat renommierte Verlage, Literaten und Künstler und setzte sich besonders fürs Theater ein. Und als grosses Hobby legte sie zeitlebens eine riesige Autographensammlung mit Autogrammen und Widmungen von Künstlern, die sie bewundert, an. Ruth Binde stieg im Lauf ihres langen Schaffens zu einer wichtigen Figur in der Literaturszene des deutschsprachigen Raumes auf. Und dies alles als alleinerziehnde Mutter eines Sohnes und im Einfrau-Unternehmen. Nach ihrem Rückzug aus dem Berufsleben widmete  sie sich in den letzten Jahren der Neuausgabe von Werken ihres Vaters: "Die Geschichte des Geldes in der Geschichte der Völker" (Band I und II) und "Wenn ich an meine Jugend denke". Alexander Surys Buch zeichnet diese starke Frau subtil in ihrem öffentlichen Wirken wie in ihren privaten Umständen - ein wahrer Lesegenuss.

Alexander Sury "Ruth Binde - ein Leben für die Literatur. 2013 Wörterseh Verlag, Gockhausen. Print: ISBN 978-3-03763-031-0. E-Book: ISBN 978-3-03763-538-4

031113 hgi

"Gemeingut Boden" als Infonetzwerk gegründet

Sieben Schweizer Stiftungen, die sich mit dem heutigen Bodenrecht und dessen Folgen auseinandersetzen, haben am 21. Oktober in Basel das Informationsnetzwerk "Gemeingut Boden" gegründet. Sie wollen sich künftig regelmässig austauschen und interessierten Aussenstehenden Informationen und Hilfe vermitteln. Erste gemeinsame Aktivitäten bilden die Erarbeitung eines Leitbildes, der Aufbau einer gemeinsamen Website sowie eine öffentliche Tagung zum Umgang von Städten und Gemeinden mit der Lebensgrundlage Boden. Sie soll im Spätherbst 2014 in Schaffhausen stattfinden. Gründungsmitglieder von "Gemeingut Boden" sind: Stiftung Edith Maryon (Basel), Stiftung Erde und Kultur (Pouidoux VD, i.Gr.), Stiftung Habitat (Basel), NWO-Stiftung Belcampo (Freienbach SZ), Stiftung für Nutzungseigentum an Boden (Ittigen), Stiftung Trigon (Arlesheim) und Stiftung Wunderland (Biel). Als Beobachter dabei ist die Stiftung Wohntisch (Frankfurt a.M.).

271013 hgi

Ein neues Grundstück für die NWO-Stiftung Belcampo

Die NWO-Stiftung Belcampo hat in Rüti ZH ein siebtes Grundstück übernommen. Ein 68-jähriger Sympathisant hat der Stiftung zu einem symbolischen Preis das Grundstück seines Elternhauses verkauft und mit der Stiftung einen Baurechtsvertrag über 60 Jahre abgeschlossen. Dies geschah aus der freien Erkenntnis heraus, dass der Boden nicht Spekulationsobjekt sein und eigentlich Gemeingut mit Nutzung auf Zeit sein sollte. Mit dieser neusten Übernahme hat die NWO-Stiftung Belcampo jetzt Grundeigentum in Egliswil AG, Hölstein BL, Basel, Rüti ZH und Osterburken D.

271013 nwo

Schöne Geste der Hedinger

Die Stimmberechtigten von Hedingen im Knonauer Amt haben beschlossen, drei Enwicklungshilfeorganisationen gesamthaft 110 000 Franken zukommen zu lassen. Dies als Anteil der Millioneneinnahme, welche der Gemeinde aus dem Zürcher Finanzausgleich wegen eines Super-Börsengewinns von Glencore-Chef Ivan Glasenberg zugeflossen ist. Ein Initiativkomitee hatte argumentiert, Glencore spiele in den Rohstoffländern alles andere als eine soziale Rolle. Deshalb sei es gerechtfertigt, wenn die Hedinger auf einen Teil ihres ausserordentlichen Geldsegens verzichteten.  54 Prozent der Abstimmenden waren dieser Meinung - entgegen der Empfehlung des Gemeinderats. Bemerkenswert ist die Stimmbeteiligung von 60 Prozent. Die Hedinger Spende geht ans Heks, an Helvetas und an die Arbeitsgruppe Schweiz - Kolumbien (ASK).

260913 nwo

Adliswil: Verkehrte Politlandschaft

An der Urne ist das Vorhaben des Stadtrates Adliswil gescheitert, im Gebiet Sood für 12 Millionen Franken Bauland zu kaufen. Die Befürworter des Deals wollten mit dem Grundeigentum der Stadt Einfluss auf die künftige Entwicklung des Gebiets ermöglichen. Bemerkenswert und alles andere als alltäglich: SVP, SP und FDP setzten sich gemeinsam für das Vorhaben ein, scheiterten aber an der Urne. Die Lokalpartei der Freien Wähler bekämpfte die Vorlage erfolgreich. Mit 2398 Nein gegen 2262 Ja fiel das Resultat ziemlich knapp aus.

260913 nwo

Winterthur behält Zeughauswiese

Die Winterthurer Stimmbevölkerung hat das Ansinnen des Stadtrates und der Mehrheit der politischen Parteien abgelehnt, die Zeughauswiese mit 5800 Quadratmeter Fläche für 9,8 Millionen Franken zu verkaufen. 55,9 Prozent sprachen sich in der städtischen Abstimmung gegen das Voirhaben des politische Establishments aus. Nur Grüne, Alternative, EDU und Mieterverband machten sich gegen den Verkauf stark. Was mit dem Areal künftig geschieht, ist noch nicht klar. Auf dem Grundstück und auf einer benachbarten Parzelle von 11600 Quadratmetern der Armasuisse hätte ein Investor Wohnraum für gehobene Ansprüche erstellen wollen. Unterstützt wurde das Vorhaben des Stadtrates übrigens auch von der dominierenden politischen Kraft Winterthurs, der SP...

260913 nwo

Wetziker Ausverkaufspolitik gebremst

Grosser Erfolg für die Grünliberalen in Wetzikon. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von 16 Stimmen ist an der Urne ihre Landinitiative mit 2757 zu 2743 Stimmen gutgeheissen worden. Das bedeutet, dass die Verkaufskompetenz des künftige Stadtrates für Landgeschäfte beschnitten wird. Statt 1,5 Millionen beträgt sie noch 500 000 Franken. Grundstücksverkäufe von höherem Wert muss er künftig vom Parlament und allenfalls den Stimmbürgern absegnen lassen. Die grösste Zürcher Gemeinde ohne Parlament führt im kommenden Jahr ein solches ein. Der Gemeinderat hatte die Initiative der Grünliberalen zunächst für ungültig erklärt, war vom Bezirksrat aber zurückgepfiffen worden. Bemerkenswert an der Wetziker Initiative ist, dass sie von den Grünliberalen stammt, die sonst nicht für Beschränkungen des freien Handels bekannt sind. Der Wetziker Ortsgruppe geht aber die Ausverkaufspolitik der Exekutive zu weit. In den letzten Jahren hat die Stadt laufend Grundstücke und Liegenschaften verkauft, und dies in einem Zeitpunkt starker Expansion und wichtiger planerischer Entscheidungen. Von der NWO-Stiftung Belcampo haben sich die Wetziker Grünliberalen für ihre Initiative und deren Erfolg ein kräftiges BRAVO verdient.

260913 nwo

Schaffhauser lehnen Landverkauf ab

Die Stimmberechtigten der Stadt Schaffhausen haben den Verkauf eines Grundstücks von 6000 Quadratmetern im Hohberg abgelehnt. Stadtrat und Parlamentsmehrheit wollten das Grundstück für mindestens 2,3 Millionen Franken an einen privaten Investor verkaufen. Dieser sollte darauf "qualitativ guten" Wohnraum schaffen. Gegen diese Pläne ergriffen die Alternative Liste sowie die Juso das Referendum. Ohne Unterstützung durch weitere Parteien gelang ihnen ein sensationeller Erfolg: 50,5 Prozent der Stimmenden lehnten den Verkauf ab. Beflügelt durch den Abstimmungserfolg, wollen die AL ihren Widerstand gegen die Ausverkaufspolitik des Stadtrates verstärken. Bereits haben sie weitere Referenden gegen Landverkäue angekündigt. Sie wollen die Bodenpolitik in den kommenden Monaten und Jahren zu einem Schwerpunkt ihrer politischen Tätigkeit machen.

260913 nwo

Der Stiftungsrat verstärkt sich personell

Seit dere Fusion der beiden Vorgängerstiftungen per Anfang 2011 zählt der NWO-Belcampo-Stiftungsrat gemäss Statut 5-12 Mitglieder. Um seine Basis zu verbreitern und im Sinne der Zukunftssicherung hat der Stiftungsrat zwei Zuwahlen vorgenommen. Neu gehören dem Stiftungsrat die pensionierte Berner Schulleiterin Franziska Manz-Ott als Sekretärin und Marlen Karlen, Uesslingen TG, als zusätzliches Mitglied an. Marlen Karlen ist unter anderem als Biowinzerin, im Bildungsbereich und in ökologisch-künstlerischen Projekten tätig. Somit gehören dem Stiftungsrat aktuell 3 Frauen und 7 Männer an. Eine weitere Kandidatin beschnuppert in nächster Zeit den Stiftungsrat. Mit diesen Mutationen rückt der Stiftungsrat seinem Ziel deutlich näher, in Bodenrechts- und Eigentumsfragen - traditionell eine Macht- und damit Männerdomäne - auch die Sichtweise von Frauen stärker einzubeziehen.

070813 nwo

NWO-Stiftung Belcampo unterstützt Biogetreidezüchtung

Der Stiftungsrat der NWO-Stiftung Belcampo hat beschlossen, die Stiftung Fonds für Kulturpflanzenentwicklung in Hombrechtikon mit 10 000 Franken zu unterstützen. Der Beitrag ist zweckgebunden für das Bauvorhaben, das dem Betrieb der Getreidezüchtung Peter Kunz geeignete Räumlichkeiten bescheren soll. Weil heute die Arbeitsplätze und die Saatgutflächen geografisch weit auseinanderliegen, resultieren komplizierte Arbeitsabläufe. Auch behindern die bisher in Hombrechtikon eine effiziente Arbeitsweise. Die Stiftung plant, in Feldbach unmittelbar bei den Versuchsfeldern eine alte Scheune für ihre Bedürfnisse umzbauen. Für das denkmalgeschützte Gebäude erhält sie einen langfristigen Mietvertrag. Der Umbau der Scheune soll im kommenden Winter stattfinden. Mit ihrem Beitrag würdigt die NWO-Stiftung Belcampo die fast 30-jährig Aufbauarbeit des privaten Getreidezuchtbetriebes und dessen Beitrag zur Artenvielfalt bei den Getreidesorten. Mit grossem Erfolg und wachsender Anerkennung bietet die Getreidezüchtung Peter Kunz mit weiteren Schweizer Initiativen eine wichtige Gegenkraft zur Abhängigkeit ökologisch gesinnter Landwirte von den weltweit agierenden Agrarmultis. Mit ihrer Unterstützung verbindet die NWO-Stiftung Belcampo die Hoffnung, dass sich die verschiedenen Akteure in diesem Bereich zu einer starken Kraft verbinden und dass auch die schweizerische Landwirtschaftspolitik den Biogetreidezüchtern die verdiente Unterstützung nicht länger vorenthält.

070813 nwo

Bodenstiftungen spannen zusammen

Geglücktes Auftakttreffen von sechs Schweizer Bodenstiftungen am 26. März in Basel. Die interne Aussprache der Stiftungsräte hat eine grosse Übereinstimmung im Grundsatz gezeigt, dass Boden nicht als Spekulationsobjekt, sondern als Gemeingut taugt. Obwohl die Stiftungen in ihrer praktischen Tätigkeit unterschiedliche Ziele und Projekte verfolgen, sind sie übereingekommen, eine dauerhafte Zusammenarbeit zu suchen mit dem Ziel, die bodenreformerische Basis in der Schweiz zu verbreitern. Als erste Projekte werden Szenarien  für eine gemeinsame Internetplattform entwickelt sowie eine gemeinsame öffentliche Tagung mit bodenpolitischer Stossrichtung vorbereitet. Im Herbst wollen sich die Stiftungsräte erneut treffen. An das interne Treffen der Stiftungsräte schloss sich am Abend ein öffentliches Podiumsgespräch im Unternehmen Basel Mitte an. Es war mit mehr als 50 Interessierten gut besucht. Eine Vertreterin der kantonalen Initiative "Boden behalten, Basel gestalten" informierte über den aktuellen Stand der politischen Beratung der Initiative sowie des Gegenvorschlags der Regierung. Anschliessend stellten sechs Stiftungsvertreter ihre Institutionen vor und beantworteten Fragen des Publikums.

010413 nwo

Boden nutzen statt besitzen - Podiumsgespräch in Basel

Auf Dienstag, 26. März, 18.30 Uhr, lädt das Basler Initiativkomitee "Boden behalten - Basel gestalten" zu einem öffentlichen Podiumsgespräch im Unternehmen Basel Mitte an der Gerbergasse 30 im Herzen der Altstadt. Dabei werden Vertreter von sechs Schweizer Bodenstiftungen unter der Leitung des Journalisten Patrick Tschudin sich vorstellen und Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit dem Ziel von mehr Gemeinsinn im Grundeigentum erörtern.

Diskutieren werden John Ermel (Stiftung Trigon), Matthias Wiesmann (Stiftung für Nutzungseigentum am Boden), Ulrich Kriese (Stiftung Edith Maryon), Uwe Burka (Stiftung Erde und Kultur), Klaus Hubmann (Stiftung Habitat) und Heinz Girschweiler (NWO-Stiftung Belcampo).

Das Publikum wird in die Diskussion einbezogen. Anschliessend an das Podiumsgespräch besteht ab 20 Uhr Gelegenheit zum weiteren Austausch bei einem offerierten Apéro.

120313 nwo

 

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